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Anleger wundern sich über fallende Anleihenkurse

Bund Future in der ZeitungDie Zinsen in Europa steigen wieder. Das führt zu sinkenden Anleihekursen und Verlusten in so manchen deutschem Wertpapierdepot.

Deutsche sind in der Anlage ihres Vermögens traditionell eher konservativ. Am liebsten wird das Geld in Reichweite auf einem Festgeldkonto oder in Staatspapiere angelegt, die als mündelsicher gelten. In den letzten Wochen haben sich deutsche Anleger in Staatsanleihen, Rentenfonds und Mischfonds jedoch verwundert die Augen gerieben. Denn diese Papiere haben zuletzt ordentliche Verluste eingefahren. Grund dafür sind die steigenden Zinsen in Deutschland und Europa. Für Rentenpapiere bedeutet das fallende Kurse, denn nur dann steigt die Rendite.

Während Festgeldzinsen seit einigen Jahren nahe dem Nullpunkt sind, konnten mit deutschen Staatsanleihen noch gute Gewinne eingefahren werden. Denn in den letzten Jahren entwickelten sich die Zinsen rückläufig. Dadurch stiegen die Kurse der Anleihen durchgängig. Im April erreichte die Rendite einer zehnjährige Bundesanleihe jedoch rekordverdächtig niedrige 0,05% und nicht wenige Experten prophezeiten sogar eine negativen Rendite. Nun Ende Juni ist die Rendite auf 0,8 % gestiegen. Für Staatsanleihen sind das gigantische Kursbewegungen.

Staatsanleihen werden von Anlegern als Stabilisatoren für Depots favorisiert. Mischfonds machen sich diese Eigenschaft zu eigen, in dem sie Aktien und Anleihen im Verhältnis 30:70 mischen.
Nun ist das Risiko der bisher als sicher geltenden Staatsanleihen gestiegen. Passenderweise hat der amerikanische Anleiheguru Bill Gross das Shorten von deutschen Rentenpapieren als “My Short of a Lifetime”, also als beste Gelegenheit im Leben, bezeichnet. Das war Anfang Mai. Seitdem fallen die Anleihekurse.