Home » News

Deutsche Kleinsparer beglücken Europas Banken

Die deutschen Anleger setzen bei der Suche nach einer möglichst hohen Rendite immer mehr auf die Angebote von ausländischen Banken. So wurden von deutschen Anlegern in den letzten 12 Monaten über 20 Milliarden Euro auf Tages- oder Festgeldkonten ausländischer Geldinstitute angelegt. Diese profitieren von dem Vertrauen der deutschen Anleger, haben sie doch derzeit große Schwierigkeiten, sich auf anderem Wege Geld auf dem Kapitalmarkt zu beschaffen.

Deutsche Anleger gegen den Trend

Die Banken und Finanzkrise hat das Vertrauen in viele internationale Geldhäuser erschüttert. Deshalb setzen die großen Investoren wie Versicherungen oder Fonds vermehrt auf Deutschland, als eines der sichersten Anlageziele innerhalb der Europäischen Union. So wurden in den letzten Monaten bereits mehrere Hundert Milliarden Euro aus unsicheren Ländern nach Deutschland transferiert. Im Gegensatz dazu wählen die deutschen Kleinanleger den umgekehrten Weg. Auf der Suche nach der bestmöglichen Rendite und einem Ausgleich für die hierzulande herrschende Inflation rücken die oft attraktiveren Angebote ausländischer Banken immer mehr in den Blickpunkt. Besonders beliebt sind dabei unter anderem die zinsstarken Angebote der Bank of Scotland, bei der deutsche Sparer bereits mehr als fünf Milliarden Euro angelegt haben. Selbst die niederländische ABN-Amro hat, obwohl erst seit Juli 2011 unter der Bezeichnung “Moneyou” bereits zwei Milliarden Euro bei deutschen Anlegern eingesammelt. >> Festgeldvergleich

Trügerische Sicherheit der Einlagensicherung

Neben den zumeist attraktiveren Zinsen ist auch die europaweite Einlagensicherung ein Grund für den Run auf ausländische Institute. Die EU- weit geltende gesetzliche Einlagensicherung schützt Anlagen bis zu einem Betrag von 100.000 Euro. Allerdings ist diese Sicherheit mitunter eher trügerisch. Denn niemand kann genau abschätzen, wie gut die ausländischen Sicherungstöpfe wirklich gefüllt sind. Bei aller Freude über die attraktiven Zinsen sollte immer auch bedacht werden, dass Banken diese nicht aus Spaß anbieten. Manches Geldinstitut ist aufgrund der Probleme bei der Kapitalbeschaffung einfach dazu gezwungen, um die eigene Liquidität zu erhöhen. Kommt es beispielsweise zu einem Problem mit einer in Amsterdam ansässigen Bank, dann müssen die deutschen Sparer darauf hoffen, dass der niederländische Steuerzahler dafür aufkommt. Mitglied in einem freiwilligen deutschen Einlagensicherungsfonds sind die meisten Zweigstellen ausländischer Banken nicht. Deshalb sollten Anleger sich bei aller Euphorie für die guten Angebote, immer über die Seriosität der gewählten Bank informieren. Sonst droht am Ende das böse Erwachen, wie nach der Insolvenz der isländischen Kaupthing Bank im Jahre 2008.

Bildquelle: Flickr by Scottish Athletics