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Dividende ist der neue Zins

Für Investoren ist es in den letzten Jahren zunehmend schwieriger geworden, mit sicheren Anlagen Renditen zu erwirtschaften, die zumindest die Geldentwertung durch die Inflation ausgleichen.

Für langlaufende deutsche Staatsanleihen liegt der Zinssatz schon seit einiger Zeit deutlich unter der Inflationsrate, so dass ein realer Vermögensverlust die Folge ist.

Von dieser Problematik sind nicht nur private Anleger betroffen, sondern genauso Institutionen wie Lebensversicherungen oder Pensionskassen, die unter großem Druck stehen, die vertraglich vereinbarten Renditen am Kapitalmarkt zu erwirtschaften. Auslöser dieser Entwicklung dürfte die Eurokrise sein, deren Ende nicht in Sicht ist. Höhere Zinsen können derzeit nur für Staatsanleihen vereinnahmt werden, deren Emittenten als Risikokandidaten gelten, wie zum Beispiel Spanien und Portugal. Andererseits bringen Unternehmensanleihen von soliden Schuldnern wie BMW, Allianz oder Vodafone auch nur sehr magere Renditen.

Dividenden als Alternative zu Zinsen aus Staatsanleihen

Aus diesem Dilemma kann es einen Ausweg geben: Mit der Investition in dividendenstarke Aktien können Renditen erzielt werden, die denen von festverzinslichen Staatsanleihen weit überlegen sind. Weitgehend unbemerkt von vielen Privatanlegern schütten zahlreiche große deutsche und internationale Aktiengesellschaften schon seit Jahren Dividenden aus, die regelmäßig mehr als 5 Prozent Rendite auf den aktuellen Aktienkurs erbringen. So können mit Aktien Erträge erwirtschaftet werden, die deutlich über der Inflationsrate liegen und so nicht nur den Erhalt des eingesetzten Kapitals, sondern seine reale Wertsteigerung ermöglichen.

Diese Strategie erfordert ein gewisses Umdenken, denn Aktien müssen vor einer Kaufentscheidung nun nicht mehr nur hinsichtlich ihres Potentials bei der Kursentwicklung auf den Prüfstand gestellt werden, sondern auch in Bezug auf die künftig zu erwartenden Ausschüttungen. Allerdings darf dabei auf keinen Fall das Risiko vernachlässigt werden, das jeder Investition in Aktien innewohnt: Kursrückgänge bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals durch eine Insolvenz der Aktiengesellschaft sind theoretisch immer möglich.

Auch bei Aktien gilt: Hohe Dividende = hohes Risiko

Deswegen sollten Anleger, die mit einer dividendenorientierten Anlagestrategie möglichst hohe laufende Renditen durch Ausschüttungen realisieren wollen, insbesondere auf die Sicherheit der entsprechenden Aktien achten. Dabei haben verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass Aktien, die eine extrem hohe Dividendenrendite aufweisen, auch besonders hohe Kursverluste zu verzeichnen hatten. Hier kommt es also auf eine fundierte Auswahl an, die Chancen und Risiken der einzelnen Werte genau analysiert.

Wer noch Zweifel haben mag, ob dies wirklich der richtige Weg ist, mit Aktien attraktive Renditen zu realisieren, sei auf Untersuchungen großer internationaler Banken verwiesen: Darin wurde festgestellt, dass die mit Aktien zu erzielenden Renditen in der Vergangenheit zu 60 bis 80 Prozent auf Dividenden und nicht auf Kurssteigerungen beruhten.

Hier geht es zu einer aktuellen Auswertung der DAB Bank aus Mai 2016. Dabei wurden die Dividendenrenditen der Unternehmen aus der DAX-Familie für 2015 untersucht.