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ETFs – Ein attraktives Investment für Privatanleger

Seit gut zehn Jahren ist ein neues Anlagevehikel zusehens in den Blickpunkt gerückt. Exchange Traded Funds, kurz ETFs, schicken sich an, die Börsenmüdigkeit deutscher Anleger mit interessanten Argumenten zu vertreiben. Hier erläutern wir, auf was Anleger bei ETFs achten sollten.

Was sind ETFs?

Bei ETFs handelt es sich um börsengehandelte Indexfonds, welche die Kursentwicklung eines unterlegten Referenzindexes mit möglichst geringen Abweichungen abbilden. Anders als bei klassischen Indexfonds erfolgt die Abbildung der Kursentwicklung des Indexes passiv durch einen Computer und nicht durch einen aktiv eingreifenden Fondsmanager, was die Kosten für den Anleger deutlich reduziert. Exchange Traded Funds können dabei sowohl Aktienindices wie den DAX 30, den S&P 500 oder den MSCI World Index als auch Rohstoff-, Immobilien- und Renentenindizes abbilden. Damit sind ETFs die einfachste Möglichkeit, ein breit diversifiziertes Portfolio gemäß der alten Börsenweisheit »lege nicht alle Eier in einen Korb« zu realisieren. Geringe Kosten paaren sich an dieser Stelle also mit einer Reduktion des Verlustrisikos.

Was macht ETFs aus?

Durch die exakte Abbildung eines Indexes zeichnen sich ETFs durch ein hohes Maß an Transparenz aus, was Privatanlegern in jedem Fall ebenso zugutekommt, wie die geringe Kostenquote. Die sogenannte Total Expense Ratio (TER) beträgt pro Jahr oft nicht einmal 0,2 Prozent und schlägt aktiv gemanagte Fonds damit deutlich, was sich durch den Zinseszins langfristig positiv auf die Rendite auswirkt. Zudem können Privatanleger zwischen ausschüttenden und thesaurierenden ETFs wählen. Während ausschüttende ETFs jährlich, halbjährlich oder quartalsweise Dividenden ausschütten, werden diese bei Thesaurierern automatisch reinvestiert, was renditetechnische und steuerliche Vorteile haben kann.

Wie sicher sind ETF ?

Abgesehen von der Marktentwicklung – da gibt es je nach gewählten Referenzindex natürlich Aufs und Abs – sind ETFs als sehr sicher zu bewerten. Da ETFs direkt in Wertpapiere wie Aktien oder Anleihen investieren und keine derivativen Schuldverschreibungen oder Kurswetten darstellen, sind Anleger auch die Eigentümer der einzelnen Wertpapiere. Diese werden wie normale Aktien auch im sogenannten Sondervermögen der Fondsgesellschaft verwahrt. Geht die Gesellschaft also in Konkurs, ist das Kapital des Anlegers vor dem Zugriff von Gläubigern sicher. Im Gegensatz zu vielen Fonds, die direkt über Banken oder Fondsgesellschaften erworben werden müssen, glänzen ETFs überdies durch eine hervorragende Liquidität, da sie jederzeit an der Börse ge- und verkauft werden können.

Für welchen Anleger-Typ eignen sich ETFs?

Die breite Streuung und die unkomplizierte Handhabung der Exchange Traded Funds macht ETFs zum optimalen Investmentvehikel für Langfristanleger, die ohne großen Aufwand ein breit diversifiziertes Portfolio aufbauen möchten. Die Möglichkeit, kostengünstige Sparpläne einzurichten, unterstreicht diesen Aspekt zusätzlich. Ein weiterer wichtiger Vorteil, den ETFs dem durchschnittlichen Anleger bieten, ist die Option, mit einem einfachen Produkt in Märkte wie die Emerging Markets oder den Pazifikraum zu investieren, ohne dabei einerseits hohe Managementgebühren zu zahlen oder andererseits viel Zeit mit dem Lesen von Geschäftsberichten verbringen zu müssen. ETFs eignen sich aber auch für kurzfristige Trading- und Trendfolgestrategien, da am Markt zahlreiche Branchen-ETFs existieren. Besonders beliebt sind indes auch Produkte, die eine Dividendenstrategie verfolgen und damit hohe Ausschüttungen garantieren.

Worauf ist beim ETF-Handel zu achten?

Wenn Anleger sich für ein Investment in ETFs entscheiden und dies nicht über einen Sparplan, sondern direkt über die Börse umsetzen, sollten sie folgendes beachten: Wie bei allen anderen börsengehandelten Wertpapieren kommt es beim ETF-Handel auf die Liquidität des einzelnen Produkts an, also auf die täglich gehandelte Stückzahl. Je höher diese ist, desto geringer ist der sogenannte Spread, also die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs. Der Spread ist niedriger, wenn die Heimatbörsen der im Index enthaltenen Wertpapiere geöffnet haben. Wer sich also für einen ETF auf den amerikanischen S&P500 interessiert, der sollte seine Order idealerweise absetzen, wenn der Referenzmarkt in den USA geöffnet ist.

Hinzu kommt auch bei der Investition in ETFs die Berücksichtigung von Transaktionskosten, die von Broker zu Broker variieren. Daher lohnt es sich in jedem Fall die Angebote verschiedener Depotbanken zu vergleichen, zumal jedes Prozent gesparter Ordergebühren der langfristigen Rendite zugutekommt. Viele Broker ermöglichen bei einzelnen ETFs sogar gebührenfreie Käufe oder Sparpläne. Wer mittels Branchen- oder Rohstoff-ETFs etwas spekulativer unterwegs sein möchte, kann sein Risiko zudem mit gewohnten Order-Typen wie Stop-Loss und Trailing-Stop begrenzen.

Entwicklung des ETF-Marktes

Seit der erste ETF im Jahr 1970 in den USA aufgelegt wurde, hat sich am Markt viel getan. Waren Exchange Traded Funds bis zu Beginn der 2000er-Jahre noch ein Nischenphänomen, belief sich das in sie investierte Kapital bis Ende 2015 nur in Europa bereits auf 511 Milliarden Euro. Alleine im Jahr 2016 verzeichneten die ETFs einen bis dato einzigartigen Kapitalzufluss in Höhe von 375 Milliarden US-Dollar. Die Zahlen sprechend also dafür, dass der Trend zum passiven und breit gestreuten Investment sowohl bei professionellen als auch bei privaten Anlegern wächst.

Interessante ETF

Der MSCI World gehört zu den beliebtesten Referenzindexes weltweit. Gerade, wer eine breite Streuung sucht und sich nicht täglich mit seinem Investment beschäftigen möchte, greift gerne zu einem ETF, der diesen Index abbildet. Doch im Hinblick auf eine optimale Risikostreuung gibt es noch weitere interessante Indizes, die wir in diesem Artikel vorgestellen.