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Gold – kein sicherer Hafen mehr?

gold - kein sicherer hafen mehrNach einigen Jahren, in denen der Goldpreis nur eine Richtung – nach oben – zu kennen schien, sind die Nerven von Gold-Investoren im Jahr 2013 bislang arg strapaziert worden. Möglicherweise wird der Goldpreis Ende 2013 sogar zum ersten Mal seit zwölf Jahren niedriger liegen als zum Jahresanfang.

In dem Artikel geht es um die Aussichten für das Edelmetall und um mögliche Investitionsvarianten

Nach heftigen Einbrüchen im ersten Halbjahr, als sogar ein Tiefstand von 1.181,90 Dollar je Feinunze erreicht worden war, setzte im Sommer zwar eine leichte Erholung ein, doch seit September tendierte das gelbe Edelmetall überwiegend abwärts. Das ist insofern verwunderlich, als es durchaus einige ökonomische Einflussfaktoren gibt, die als gute Argumente für eine stabile oder steigende Nachfrage nach Gold gelten können. Als “Krisenmetall” ist Gold immer dann besonders gefragt, wenn die Wirtschaft in eine Rezession gerät, wenn die Inflationsrate stark ansteigt oder wenn es zu massiven Kurseinbrüchen an den Wertpapiermärkten kommt.

Was spricht für einen steigenden Goldpreis?

Weite Teile Europas können sich aktuell erst langsam aus einer längeren Rezession befreien, und die Staatsschuldenkrise ist, wenngleich momentan nicht mehr so akut wie im vergangenen Jahr, so doch bislang noch keineswegs zufriedenstellend gelöst. Die hohe Staatsverschuldung in vielen Ländern Europas und in den USA berechtigt zudem zu der Vermutung, dass die betreffenden Staaten durchaus an einer höheren Inflationsrate interessiert sein könnten, die ihre hohen Schulden zumindest teilweise “aufzehren” würde. Und angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase gewinnt in den Augen vieler Investoren Wertbeständigkeit gegenüber dem Streben nach einer möglichst hohen Rendite deutlich an Gewicht. Dass Gold keine Zinsen bringt, ist wohl war, doch auch die Verzinsung deutscher Staatsanleihen ist beispielsweise inzwischen so gering, dass sie fast zu vernachlässigen ist. Das alles sind Faktoren, die die Goldnachfrage stimulieren können.

Skeptiker haben andere Entwicklungen im Fokus

Nicht wenige Investoren richten ihren Blick ungeachtet aller Unsicherheitsfaktoren aber auch auf die ersten Signale einer konjunkturellen Belebung, die sich nach Einschätzung von Volkswirten im Jahr 2014 noch verstärken dürfte. Auch die Inflationsgefahr wird teilweise als gering eingeschätzt. Zu lange sei schon davor gewarnt worden, doch die Inflationsrate liege nach wie vor auf einem niedrigen Niveau, so das Argument einiger Marktteilnehmer. Auch die jüngsten Höhenflüge am Aktienmarkt deuten eher nicht darauf hin, dass der Markt kurzfristig mit irgendeinem Krisenszenario rechnet. So kam es in den zurückliegenden Wochen dazu, dass westliche Investoren sich schneller von ihren Goldbeständen trennten, als dies durch die Nachfrage nach Schmuck-Gold in Asien ausgeglichen werden konnte, die nach wie vor einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des Goldpreises hat.

Beimischen, aber nicht übergewichten

In einer kürzlich von Bloomberg durchgeführten Umfrage unter Analysten zeigten diese sich mit Blick auf den Goldpreis allerdings mehrheitlich “bullish” und rechnen kurzfristig eher mit einem Preisanstieg. Wer diese Ansicht teilt, kann das aktuelle Preisniveau zum Einstieg oder zum Ausbau von Gold-Positionen nutzen. Umgekehrt sollten Investoren jedoch im Blick behalten, dass es außerhalb des Goldmarktes wieder mehr interessante Investitionsmöglichkeiten geben dürfte, wenn die erwartete Konjunkturerholung tatsächlich eintritt. Als Beimischung im Depot und als “Sicherheitspolster” für Krisenzeiten wird Gold deshalb wohl weiterhin seine Bedeutung behalten, doch gibt es aktuell keinen Anlass, Gold-Anlagen im Depot übermäßig starkes Gewicht zu verleihen.

Wie investieren?

Im Prinzip gibt es zwei grundsätzliche Varianten in Gold zu investieren

  • Erwerb von physischem Gold: Darunter fallen Goldbarren und Goldmünzen. Der Erwerb ist Mehrwertsteuerfrei.
  • Erwerb von Derivaten: Darunter fallen ETCs, Zertifikate und CFDs

Weitere Informationen:
Zu einer Anlage in Goldmünzen: Bayerisches Münzkontor
Zu einer Anlage in Derivate auf Gold: goldfixing.de

1 Kommentar »

  • Dietmar Franken sagt:

    Ruhe bewahren. Gold ist genauso sicher, wie bisher und der langfristige Trend geht nach oben. Gründe gibt es viele:

    Billiges Papiergeld von EU und US, das irgendwo angelegt werden muss
    Niedrige Zinsen, Sparen lohnt sich nicht
    Gold hat einen immensen Vertrauensvorsprung und wird wieder ansteigen, sobald sich Krisenanzeichen häufen.

    Man sollte den sinkenden Preis in den letzten Monaten als Chance verstehen, günstig einzusteigen. Mein Tipp also: Gold kaufen. Und dabei bloß nicht irre machen lassen von kurzfristigen Preisbewegungen. Gold ist eine Investition für Geduldige. Kauft euch Barren oder Münzen, legt sie in einen Tresor und wartet ab. In zwei, drei Jahren hat man schon einen netten Kursgewinn, aber besonders als langfristige Investition (zB Altersvorsorge) glänzt das Edelmetall meiner Meinung nach.

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