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Goldsparpläne – das Wichtigste in Kürze

GoldsparplanGold hat in den Augen vieler Privatanleger einen guten Ruf als relativ krisensichere Kapitalanlage. Denn die Erfahrung zeigt, dass der Goldpreis häufig dann steigt, wenn andere Vermögenswerte unter Druck geraten oder wenn Krisen die Kapitalmärkte verunsichern. So liegt es nahe, dass viele Anleger Gold auch im Rahmen ihrer Altersvorsorge mit einbeziehen möchten. Eine interessante Möglichkeit, dies in der Praxis umzusetzen, sind Goldsparpläne. Diese ermöglichen es Anlegern, regelmäßig für einen bestimmten Betrag physisches Gold zu erwerben. Auf diese Weise kann als stabilisierende Komponenten für das private Depot auch schon mit relativ kleinen Beträgen eine durchaus beträchtliche Menge Gold angespart werden, wenn der Sparplan über längere Zeit läuft.

Günstiger Einstandspreis durch Cost-Average-Effekt

Bei Gold-Investments via Sparplan macht sich ein interessanter Effekt bemerkbar, der vielen Anlegern schon von Fonds- oder Aktiensparplänen her bekannt ist: der Cost-Average-Effekt beziehungsweise Durchschnittskosteneffekt. Er beruht darauf, dass durch die regelmäßigen, gleichbleibenden Sparplanraten in Zeiten eines hohen Goldpreises weniger, bei einem niedrigen Goldpreis dagegen mehr Gold erworben wird. Damit wird insgesamt ein günstigerer durchschnittlicher Einstandspreis erzielt als bei regelmäßigen Käufen einer bestimmten, gleich bleibenden Menge Gold.

Goldsparpläne in der Praxis

Sparpläne, mit denen Anleger in physisches Gold investieren können, werden von den meisten Anbietern ab einem monatlichen Mindestsparbetrag von 50 Euro und mit einer Mindestlaufzeit von zwölf Monaten angeboten. Von den monatlichen Sparbeträgen wird für den Anleger Gold, meist in Form von Barren, erworben und in der Regel im Tresor einer Bank gelagert.
Um zu gewährleisten, dass das den Anlegern gehörende Gold im Falle einer Insolvenz der Bank nicht in die Insolvenzmasse eingeht, werden die entsprechenden Bestände als Sondervermögen ausgewiesen – ebenso wie dies beispielsweise mit den von einem klassischen Investmentfonds gehaltenen Wertpapieren geschieht. Damit werden mögliche Risiken für den Anleger weitestgehend reduziert und beschränken sich im Wesentlichen auf die Schwankungen des Goldpreises.

ETC-Sparpläne als Alternative

Eine alternative Möglichkeit, mit regelmäßigen monatlichen Zahlungen in Gold zu investieren, sind ETC-Goldsparpläne. Die Abkürzung ETC bedeutet “Exchange Traded Commodities”, das heißt, an der Börse gehandelte Rohstoffe. Bei dieser Anlageform handelt es sich um Fonds, die Gold ankaufen und lagern. Dieses geht jedoch nicht in das Eigentum der Anleger über. Vielmehr erhalten diese Inhaberschuldverschreibungen, die ihren Anspruch auf Zahlungen verbriefen, allerdings auch mit einem Emittentenrisiko verbunden sind. Um das Emittentenrisiko abzufedern, wird das Gold jedoch physisch hinterlegt und dient im Falle einer Insolvenz zur Besicherung der Inhaberschuldverschreibungen.

Die bei Aktien – insbesondere zur Nachbildung von Index-Investments – sehr beliebten Exchange Traded Funds (ETF) stehen in Deutschland aus rechtlichen Gründen nicht für Gold-Investments von Privatpersonen zur Verfügung.

Kostenstrukturen, Vorteile und Nachteile von Goldsparplänen

Die mit einem Goldsparplan verbundenen Kosten variieren von Anbieter zu Anbieter, sodass ein Vergleich mehrerer Alternativen in jedem Fall ratsam ist. Dabei fallen zum einen einmalige Kosten wie Ausgabeaufschläge an, zum anderen werden laufende Managementgebühren und Kosten für die Verwahrung der Goldbestände fällig.

Ein Nachteil von Gold-Investments besteht darin, dass Wertsteigerungen allein durch einen steigenden Goldpreis erzielt werden können, da Gold keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden erwirtschaftet. Bei Goldsparplänen müssen die Goldpreissteigerungen zudem erst die mitunter recht hohen Gebühren kompensiert haben, bevor das Investment seinen Break-Even-Punkt erreicht.

Die im Vergleich dazu meist günstigeren ETC-Sparpläne werden unterliegen allerdings der Kapitalertragssteuer in Gestalt der Abgeltungssteuer, während das physische Gold auch bei Erwerb über einen Sparplan nach einjähriger Haltefrist steuerfrei veräußert werden kann.

Update: Zwei aktuelle Gerichtsurteile stellen den bekannten Gold-ETC “XETRA-Gold” steuerlich mit physischen Gold gleich.

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