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Investment-Ausblick Februar 2017

Wir veröffentlichen an dieser Stelle den Ausblick von Merck Finck Privatbankiers für Februar 2017.

Ungeachtet fortbestehender politischer Risiken, wie die Entwicklungen in den USA, die Brexit-Verhandlungen und die Wahlen in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden, haben sich die globalen Wachstumsperspektiven auf Basis der Makrotrends in den meisten Regionen weiter verbessert. „Die von uns präferierte Anlagestrategie – eine leichte Übergewichtung von Aktien und Vorsicht bei Anleihen angesichts steigender Zinstrends – wird durch die Verbesserung der weltweiten wirtschaftlichen Fundamentaldaten gestützt“, sagt Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers, im aktuellen Marktkompass Februar 2017.

Jüngste Entwicklungen: Frühindikatoren deuten Wachstumsschub an

Frühindikatoren wie Stimmungsumfragen bei Unternehmen und Verbrauchern deuten auf einen weltweiten Wachstumsschub hin. Der Optimismus der Einkaufsmanager in der Eurozone bestätigte im Januar sein Fünf-Jahres-Hoch vom Dezember und verbesserte sich auch in den USA. Das Konsumklima in Amerika blieb dabei indes nahe seinem 15-Jahres-Hoch und nähert sich in der Eurozone den Höchstständen der vergangenen fünf Jahre. Verbesserungen in Ländern wie Großbritannien, Japan und China runden das vielversprechende Bild ab.

In den USA hat Donald Trumps Ankündigung, Steuern zu senken, in Infrastruktur zu investieren und mehr Arbeitsplätze zu schaffen, die Wachstumserwartungen nach oben getrieben. Auch in Europa ist die Stimmung besser geworden – und das trotz Sorgen vor einem scharfen Brexit-Kurs. Selbst in Japan liegt das Konsumklima jetzt über dem langfristigen Durchschnitt, und auch dort ist die Inflation wieder im positiven Bereich. Die meisten Inflationszahlen, in denen sich eine weitere Stabilisierung der Rohstoffpreise und anhaltende Basiseffekte widerspiegeln, setzten im Dezember ihren Aufwärtstrend fort.

Aktien: Präferenz für Europa und Japan // Anleihen: steigende Zinstrends bestätigen Untergewichtung

Nach der Dezember-Rally starteten die Aktienmärkte mit Kursgewinnen ins Jahr 2017. Die Gewinnrevisionen fielen im Dezember für alle großen Regionen das erste Mal seit langem positiv aus; basierend auf den anhaltend überzeugenden Makrodatentrends dürfte das im kommenden Monat so bleiben. Steigende Umsätze und Margentrends unterstützen die Aktienmärkte. In den USA sind die Bewertungen im historischen Vergleich nach wie vor hoch. „Wir präferieren daher weiterhin Europa, wo die Berichtssaison zum vierten Quartal positiv verlaufen sollte, und Japan, wo sich die Stimmung endlich verbessert“, so Greil.

Die Anleihenmärkte sind durch steigende Zinstrends gekennzeichnet. Der Zinsaufschlag von US-Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundespapieren könnte sich entlang der ganzen Zinsstrukturkurve noch mehr ausweiten. Stärkeres Wachstum und Inflationstrends in den USA im Vergleich zu Europa könnten die US-Zinssätze noch weiter nach oben treiben. Auch der Abstand zwischen den Leitzinsen von Fed und EZB dürfte sich weiter vergrößern. „Wir gehen davon aus, dass die US-Renditekurve stärker ansteigen wird als die deutsche Zinsstrukturkurve. Die steigenden Zinstrends bestätigen uns in unserer Untergewichtung von Anleihen, wobei wir kurze bis maximal mittlere Laufzeiten bevorzugen“, kommentiert Greil.

Währungen: Seitwärtsprognose für Dollar // Rohstoffe: Trend zeigt nach oben

Nachdem der US-Dollar Ende 2016 im Zuge von Trumps Wahl zunächst an Stärke gewonnen hatte, verlor er Anfang 2017 wieder an Boden. Der Leistungsbilanzüberschuss der Eurozone im Vergleich zu dem in den USA herrschenden Defizit spricht für einen stärkeren Euro. Dennoch dürfte der zunehmende Renditeabstand zu Gunsten der USA und der Status der Währung als sicherer Hafen dem Dollar weiterhin zugutekommen, so dass Merck Finck insgesamt ihre Seitwärtsprognose von 1,00 bis 1,15 bestätigt.

Die Rohstoffpreise haben wieder angezogen. Erdöl entwickelt sich weiter positiv. Dieser Trend unterstützt auch Industriemetalle wie Kupfer. Auch sie sollten nach und nach aufwärts tendieren. Der Goldpreis bewegt sich weiter oberhalb der wichtigen Unterstützungsmarke bei 1.150 US-Dollar. Die Münchner Privatbank rechnet mit einer Erholung zwischen 1.150 und 1.350 US-Dollar in den nächsten sechs Monaten. Angesichts sich zudem bessernder Perspektiven für die Agrarpreise empfiehlt sie weiterhin, in diversifizierte Rohstoffe zu investieren.

Quelle: Merck Finck Privatbankiers