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Niedrigzinsen verderben deutschen Anlegern die Lust am Sparen

Schlechte Laune bei deutschen Sparern80 Prozent der Deutschen glauben nicht an ein baldiges Ende der aktuellen Niedrigzinsphase. 38 Prozent gehen sogar davon aus, das die Zinsen weiter fallen werden. In der Folge verlieren die Bundesbürger zunehmend die Lust am Sparen. Nur jeder Zweite legt aktuell mehr als 100 Euro im Monat zurück. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der comdirect bank, für die 1.600 Bundesbürger ab 18 Jahren im März 2015 repräsentativ befragt wurden.

Bei 0,05 % liegt der Leitzins der Europäischen Zentralbank derzeit. Was Konsumenten und Unternehmen freut, bereitet Sparern Sorgenfalten. Denn die Zinsen für klassische Anlageformen wie Sparbücher und Tagesgeld tendieren oftmals gegen Null (zum Tagesgeldvergleich). Eine aktuelle Studie der comdirect zeigt jetzt, dass die meisten Deutschen davon ausgehen, dass sich daran in absehbarer Zeit nichts ändert. Nur 20 Prozent meinen, dass die Zinsen bald wieder steigen werden. 42 Prozent erwarten, dass sie auf konstant niedrigem Niveau verharren. 38 Prozent rechnen mit weiter fallenden Zinsen.

Keine Lust auf Sparen und Vermögensaufbau

Aufgrund der niedrigen Zinsen verlieren die Deutschen zunehmend die Lust am Sparen. Aktuell legen die Bundesbürger nur sieben Prozent ihres verfügbaren Haushaltsnettoeinkommens zurück, zum Jahresanfang waren es noch 7,3 Prozent. Und die Sparlust geht weiter zurück: 14 Prozent wollen künftig noch weniger sparen, dagegen nur zwölf Prozent mehr zurücklegen.

Gespartes wird zu Niedrigzinsen angelegt – Deutsche schwören auf Sparbuch

Das Gesparte landet bei den Deutschen am häufigsten auf einem Girokonto: 57 Prozent parken dort aktuell einen Teil ihrer monatlichen Ersparnisse. Gleich dahinter folgt das traditionelle Sparbuch, auf das mit 52 Prozent die Mehrheit der Bundesbürger noch regelmäßig Rücklagen transferiert. Ein Tagesgeldkonto nutzen vier von zehn Deutschen. Dagegen investieren nur 28 Prozent in Wertpapiere wie Aktien und Fonds.

Top Ten Geldanlage: Wie die Deutschen ihre Ersparnisse anlegen

  • Girokonto (57 %)
  • Sparbuch (52 %)
  • Tagesgeld (39 %)
  • Lebensversicherung (35 %)
  • Altersvorsorge-Produkte, z.B. Riesterrente (32 %)
  • Bausparvertrag (32 %)
  • Bargeld (28 %)
  • Festgeld (20 %)
  • Fonds (19 %)
  • Aktien (14 %)

Fazit

Laut Daniel Schneider, Leiter Investing bei comdirect sind Giro- oder Tagesgeldkonten neben dem alltäglichen Zahlungsverkehr nur für kleine Finanzreserven sinnvoll, die jederzeit sicher verfügbar sein müssen. Auch das traditionelle Sparbuch biete keine höheren Zinsen und sei zum Vermögensaufbau ungeeignet.Tatsächlich droht bei all diesen Anlageformen sogar ein Realwertverlust, da die Zinsen oftmals unter der Inflationsrate liegen.

Wertpapieren wie Fonds, ETFs oder Aktien würden sich besser eignen, um Vermögen zu erhalten oder aufzubauen. Zumindest einen Teil seiner Ersparnisse sollte längerfristig angelegt werden, damit sich größere Chancen auf Wertsteigerung bieten, so Schneider. Einsteiger könnten zum Beispiel mit Wertpapiersparplänen beginnen, das ist schon ab 25 Euro pro Monat möglich.