Home » News

Nullzinspolitik – Was sind die Alternativen für deutsche Sparer?

Null Zins Politik der EZB stellt deutsche Sparer vor ProbblemeDeutschland ist seit jeher ein Land der Sparer. Seit Mario Draghis Nullzinspolitik müssen wir Deutschen uns jedoch leider bei der Geldanlage bewegen, um noch eine Rendite erzielen zu können. Das klassische Sparbuch ist keine Lösung mehr. Wir schauen uns die Alternativen an.

Aktien:

Die Nullzinspolitik der EZB und anderer Notenbanken hat institutionelle Anleger gezwungen, große Teile des verwalteten Kapitals in die Aktienmärkte umzuschichten. Dazu gehören Pensionskassen, Versicherer und andere Vermögensverwalter, die in der Vergangenheit eher auf Staatsanleihen gesetzt haben. Da diese aber auch nur noch Minirenditen bringen, fließt immer mehr Kapital in Unternehmensanteile.

Aktien schwanken jedoch vergleichsweise stark, deshalb meiden diese Anlageklasse bis heute viele Privatanleger in Deutschland. Anleger sollten sich drei Dinge klarmachen. Auf lange Sicht haben die großen Indizes immer eine überdurchschnittliche Rendite erzielen können. Das Risiko des falschen Einstiegszeitpunktes kann durch regelmäßige Investitionen (z.B. durch einen Sparbrief) minimiert werden. Und durch eine breite Streuung kann das Verlustrisiko ebenfalls minimiert werden.

Experten raten schon seit geraumer Zeit zur Geldanlage in ETFs (Exchange Traded Funds). Diese bilden Indizes nahezu 1:1 nach und haben vergleichsweise niedrige Verwaltungskosten (im Vergleich zu normalen Fonds). ETFs können als Einmalanlage oder als Sparplan erworben werden.

Eine Alternative zu ETFs ist eine vollautomatische Geldanlage durch sog. Roboadviser. Dahinter stehen FinTechs, die eine maximale Streuung des eingesetzten Kapitals auf Grundlage finanzmathematischer Formeln garantieren. Diese Strategien werden in der Regel auch über ETFs umgesetzt.
Hier haben wir eine Übersicht über RoboAdvisers erstellt.

Staatsanleihen:

Ein Teil der Politik der EZB ist der fast grenzenlose Ankauf von Staatsanleihen europäischer Staaten. Durch diese künstliche Nachfrage sinkt die Rendite der Rentenpapiere dramatisch. Kurzlaufende deutsche Staatsanleihen rentieren sogar im Minus, die Zinsen sind also negativ. Nur deutsche Staatsanleihen mit einer 10-jährigen Laufzeit rentieren noch knapp über 0 %. Selbst Papiere von europäischen Schuldenstaaten wie Spanien oder Italien bringen gerade mal um 1,50 %. Wer hier eine höhere Verzinsung haben will, muss weiter ins Risiko gehen. Griechische Staatsanleihen mit einer 10-jährigen Laufzeit bringen um die 8,50 %, Russland und die Türkei werfen über 9,00 % ab. Bei letzteren beiden gibt es aber zusätzlich ein Währungsrisiko, da deren Papiere nicht auf Euro lauten.

Was nicht jeder weiß, auch auf Staatsanleihen gibt es ETFs. Diese profitieren noch von den niedrigen Renditen, denn durch die gestiegene EZB-Nachfrage, steigen auch hier die Kurse.

Hier haben wir einen Artikel verfasst, der das Prinzip der Staatsanleihen verständlich erklärt.

Immobilien:

Viele Deutsche investieren derzeit in Immobilien. Denn niedrige Zinsen gibt es nicht nur auf der Habenseite, sondern auch in der Kreditfinanzierung. Derzeit liegen durchschnittliche Immobiliendarlehen mit einer Laufzeit von 10 Jahren bei 1,30 % Zinsen im Jahr. Die gestiegene Nachfrage nach Immobilien bei weitestgehend gleichbleibenden Angebot hat zu dramatisch gestiegenen Immobilienpreisen geführt. In den Ballungszentren sind die Immobilienpreise im Durchschnitt um 6% pro Jahr gestiegen.

Wer jetzt noch einsteigen will, sollte sich die niedrigen Zinsen möglichst lange festschreiben lassen (10 oder besser 15 Jahre) und möglichst viel tilgen. Empfohlen wird ein Tilgungssatz von 3% bis 5% pro Jahr.

Wann endet die Nullzinsphase?

Das kann noch lange Jahre dauern. Zwar hat die amerikanische FED zuletzt die Zinsen leicht von 0 auf 0,25% angehoben, doch für Europa scheint dies zumindest voresrt keine Option. Höhere Leitzinsen könnten in Staaten wie Portugal, Spanien oder Italien wieder schwere Wirtschaftskrisen auslösen. Das will derzeit niemand riskieren. Mario Draghi, der Chef der EZB hat gerade den deutschen Sparern via Bild-Zeitung eine Abkehr vom Sparbuch empfohlen.

Unser Tipp: Flatex – Hier kostet eine Sparplanausführung nur 0,90 €. Das sind die niedrigsten Gebühren über alle in Deutschland tätigen Onlinebroker. Und damit nicht genug, sämtliche ETF-Sparpläne von Comstage und iShares werden komplett kostenlos ausgeführt! Hier geht es zum Depot-Vergleich