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Offene Immobilienfonds erleben ein Comeback

sichere immobilienfondsVor wenigen Jahren war das Modell der Offenen Immobilienfonds in Deutschland so gut wie am Ende. Von damals 35 Fonds waren fünf zeitweilig eingefroren, neun befanden sich in der Auflösung. Nun steht nach diversen Schließungen während der Finanzkrise sowie wichtigen gesetzlichen Änderungen eine Renaissance dieser Kapitalanlage an. Branchenexperten erwarten gute Renditen.

Nach der Marktbereinigung gibt es in Deutschland zur Zeit deutlich weniger offene Immobilienfonds für Privatanleger. Darunter befinden sich Fonds von Union Investment und Deka. Institutionen wie SEB, Axa oder Credit Suisse, die bis zur Finanzkrise aktiv waren, dann aber schwer zu kämpfen hatten, haben noch keine neuen Produkte aufgelegt bzw. sind in der Planung.

Zwei neue Fonds, die es noch nicht in die Top-10 geschafft haben, davon ist z.B. einer von Kanam Grund. Das Unternehmen spezialisiert sich mit seinem “Leading Cities Invest” hauptsächlich auf Büroimmobilien in den Metropolen Europas (ISIN DE0006791825). Breit gestreut dagegen, aber geografisch beschränkt, ist der “Grundbesitz Fokus Deutschland” der Deutschen Bank (ISIN DE0009807081).

Neue Produkte erfordern langen Atem

Durch die geänderten Gesetzesregelungen und deren kompletter Nutzung bieten die neuen Fonds einige Vorteile und mehr Sicherheit. Sie fordern von den Anlegern aber auch längeren Atem. Wer Anteile kauft, muss diese mindestens zwei Jahre lang halten. Verkauft werden können Sie nur mit einer einjährigen Kündigungsfrist. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Anteilsnehmer in Krisenzeiten zu viel Kapital in kurzer Zeit abziehen und somit für Schieflagen bei den Fonds sorgen. Genau dies war während der letzten Finanzkrise der Fall und hat den Gesetzgeber in 2013 bewogen, entscheidende Änderungen vorzunehmen.

Die neuen Fonds müssen also weniger Barkapital für eventuelle Auszahlungen vorhalten. Stattdessen stecken sie mehr Geld in besser rentierende Objekte. Experten gehen deshalb davon aus, dass sie eine höhere Rendite bringen, als die alten Fonds. Bei Kanam ist es sogar schon vorgekommen, dass der Fonds zwischenzeitlich geschlossen wurde, weil kein neuer Kauf anstand, um den Bargeldbestand möglichst niedrig zu halten.

Alt oder neu – was macht mehr Sinn?

Bei den alten Fonds sieht es so aus, dass alle Anteile, die vor dem Stichtag am 22. Juli 2013 erworben wurden, weiterhin ohne Kündigungsfrist oder Mindesthaltedauer in Höhe von maximal 30.000 Euro pro Halbjahr verkauft werden können. Für neuere Anteile greift die Gesetzesänderung, wie oben beschrieben.

Vorteil bei den älteren, noch bestehenden Fonds: Im Gegensatz zu Kanam oder Deutsche Bank bieten andere Investmentgesellschaften die Möglichkeit, Geld ohne geografische Einschränkung in globale Immobilienprojekte anzulegen. Sie verfügen auch über mehr Objekte, so dass das Risiko eines Verlusts niedriger ausfällt. Wer sein Kapital also breiter streuen will, sollte sich deshalb nicht allein auf die noch wenigen Projekte der neuen Fonds fokussieren, auch wenn die Rendite bei den älteren laut bisheriger Statistik wahrscheinlich nicht so hoch ausfällt.

Offene Immobilienfonds lohnen sich wieder

Mit den Gesetzesänderungen sind offene Immobilienfonds wieder eine interessante Geldanlage für alle, die langfristig planen. Trotz Krisen erwirtschafteten sie nach Zahlen des Deutschen Fondsverbandes (BVI) in den letzten 30 Jahren durchschnittlich 5,1 Prozent Rendite, in den letzten zehn Jahren immerhin noch 3,2 Prozent. Fondsanalysten empfehlen Anlegern, ihre Anteile mindestens zwischen sieben und zehn Jahren zu halten. Denn die Banken nehmen zum Teil Ausgabeaufschläge von bis zu 5,5 Prozent, die erst einmal wieder hereinkommen müssen.

Wichtig:
Die Haltefristen (2 Jahre bei neuen Anteilen) gelten nur bei einer Rückgabe an die KAG. Beim Handel über die Börse gelten keine Beschränkungen, hier ist ein durchgängiger Handel ohne Haltefristen möglich.