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Gold als sichere Geldanlage

Viele Anleger setzen derzeit bei der Kapitalanlage vor allem auf Sicherheit. Die sicherste Anlageform der Welt war schon immer das Gold.

Denn Gold hat sich schon seit vielen Jahrhunderten als “Krisenwährung” bewährt. Ein Emittentenrisiko oder eine andere Form von Ausfallrisiko gibt es bei Gold nicht. Zwar unterliegt sein Wert auch gewissen Schwankungen, doch ist es – im Unterschied zu einer beträchtlichen Anzahl unterschiedlichster Wertpapiere – noch niemals wirklich wertlos geworden. Wer sich für ein Investment in Gold interessiert, dem zeigen wir nachfolgend, worauf er in diesem Fall achten sollte.

Goldpreis unterliegt Währungsschwankungen

“Je größer die Verunsicherung an den Märkten, desto größer die Nachfrage nach Gold”, diese Faustregel gilt im Prinzip bis heute unverändert, und Ausnahmen bestätigen die Regel. Dass der Goldpreis beispielsweise im August 2011 – mitten in der Staatsschuldenkrise – bei 1.900 US-Dollar je Feinunze ein neues Rekordhoch erreichte, ist nur einer von vielen Belegen dafür. Wer einen Teil seines Kapitals in Gold investieren möchte, sollte allerdings einige Besonderheiten dieses Edelmetalls beachten. Ein besonders wichtiger Aspekt ist die Tatsache, dass der Goldpreis international nach wie vor in US-Dollar je Feinunze notiert wird. Das bedeutet, dass Euro-Investoren neben der allgemeinen Entwicklung des Goldpreises immer auch die Entwicklung des Wechselkurses zwischen US-Dollar und Euro im Blick behalten und sich niemals nur allein am Goldpreis in Euro orientieren sollten.

Keine MwSt. aber auch keine Verzinsung

Ein weiterer wichtiger Unterschied zu anderen Anlagen besteht darin, dass Investoren bei Gold keine laufenden Erträge erhalten und damit auch keine laufende Rendite erzielen können. Sie sind also darauf angewiesen, dass der Wert des Goldes stabil bleibt und im Laufe der Zeit möglichst steigt. Dabei ist auch zu bedenken, dass Gold nur in seltenen Fällen exakt zum aktuellen Goldpreis erworben werden kann. Vielmehr werden beim physischen Kauf von Gold in Form von Münzen oder Barren, beispielsweise am Bankschalter, meist Aufschläge auf den Materialwert fällig. Diese müssen erst einmal durch entsprechende Wertsteigerungen ausgeglichen werden, bevor das Gold ohne Verlust oder sogar mit Gewinn weiterveräußert werden kann. Ein Vorteil ist jedoch, dass beim Kauf keine Mehrwertsteuer erhoben wird.

Zu welchem Zeitpunkt macht ein Investment in Gold Sinn?

Nachdem der Goldpreis zwischen 2011 und Ende 2012 von einem Rekord zum anderen geeilt war, ist er nun über mehrere Jahre konsolidiert. Angesichts der sich abzeichnenden Überbewertungen auf den Aktien- und Immobilienmärkten rückt Gold als alternatives Investment wieder in den Fokus. Auch das Thema Inflation wird vor dem Hintergrund der Staatsanleihenkäufe der EZB und des wirtschaftlichen Booms in Deutschland mittelfristig wieder eine größere Rolle spielen. Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel rechnet laut einer aktuellen Prognose damit, dass die Inflationsrate sich 2019 wieder der Marke von drei Prozent nähern könnte.

Was sollte bei der Anlageentscheidung beachtet werden?

Generell gilt bei der Geldanlage: Niemals alles auf eine Karte setzen, sondern das Risiko streuen. Anlageexperten empfehlen allgemein, rund zehn Prozent des Anlagevermögens in Rohstoffen wie Gold zu halten – und dies möglichst mittel- bis langfristig. Von kurzfristigen Spekulationen hingegen ist allein wegen anfallender Aufgelder sowie der Differenz zwischen den An- und Verkaufspreisen abzuraten.

Wie kann in Gold investiert werden?

Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten: Der klassische Weg ist der Kauf von physischem Gold als Barren oder Münzen. Darüber hinaus gibt es aber auch verschiedene Möglichkeiten, mit Wertpapieren Direktinvestments in Gold zu tätigen.

Wertpapiere wie Zertifikate oder ETC bilden den Goldpreis ab. Letztere sind mit physischem Gold besichert und verringern damit das Risiko des Emittentenausfalls. Sehr populär ist die von der Deutschen Börse emittierte Inhaberschuldverschreibung Xetra-Gold. Kursgewinne sind hier – genau wie bei einem Investment in physisches Gold – abgeltungssteuerfrei!

Ebenfalls möglich ist ein Invest in Goldminenaktien. Deren Kurse korrelieren jedoch nur bedingt mit dem Goldpreis, dazu kommen individuelle Risiken des Unternehmens und der Stimmung an den Aktienmärkten.

Ebenfalls zu beachten: Mit Ausnahme von Xetra-Gold unterliegen die Gewinne von Aktien und anderen Wertpapieren der Abgeltungssteuer – anders als bei physischen Goldinvestments, die nach einer zwölfmonatigen Haltefrist steuerfrei sind. Mehrwertsteuer wird beim An- und Verkauf von physischen Gold übrigens nicht fällig.

Wo Gold kaufen?

Es gibt diverse Möglichkeiten, Gold zu kaufen. Vorweg sei gesagt: Vom Gang zum Juwelier ist auf jeden Fall abzuraten. Bei Schmuck schlägt dieser neben den Verarbeitungskosten noch eine im Regelfall stattliche Marge auf. Auch beim Ankauf sollte man Schmuckhändler und die immer häufiger vorkommenden reinen Goldankäufer meiden.

Wer ein physisches Goldinvestment in Betracht zieht, sollte die Preise über einen längeren Zeitraum vergleichen und hierbei die Kurse von Banken und Online-Händlern mit in die Betrachtung einbeziehen. Laut einer Studie bieten Online-Händler oftmals die besseren Konditionen im Hinblick auf Spread zwischen An- und Verkaufskurs und Aufschlag auf den Gold Spot-Preis.

Was sollte bei Online-Händlern beachtet werden?

Interessenten sollten beim Online-Kauf aber nicht nur auf den Preis schauen, sondern auch den Anbieter unter die Lupe nehmen, denn diese verlangen stets Vorkasse. Eine nicht ohne weiteres zu erlangende Mitgliedschaft beispielsweise bei der Londoner Handelsorganisation London Bullion Market Association (LBMA) ist ein Hinweis auf einen seriösen Händler. Gütesiegel wie ein Trusted-Shops-Zertifikat oder die Mitgliedschaft im Berufsverband des Deutschen Münzenfachhandels hingegen sind ebenfalls ein guter Indikator für die Vertrauenwürdigkeit des Händlers.

Wie lange ein Anbieter schon am Markt ist, kann auch als Hinweis gewertet werden. Es gebe zudem schwarze Schafe, die Orders nur bewusst mit Zeitverzögerung abwickelten und auch dann nur, wenn sich der Preis zu ihren Gunsten entwickelt. Ist dies nicht der Fall, stornieren sie die Bestellung. Auch die Größe eines Anbieters gibt Hinweise: Kleine Akteure, die über keine eigenen Lagerbestände verfügen, brauchen mindestens drei bis vier Tage, um zu liefern. Andere können bei größeren Bestellungen schnell in Lieferschwierigkeiten geraten.

Von Angeboten bei eBay oder anderen Kleinanzeigenmärkten raten wir ab!

Barren oder Münzen?

Grundsätzlich schlagen die unterschiedlichen Anbieter eine bestimmte Summe für Form- bzw. Prägekosten, für den Vertrieb und eine Gewinnmarge auf den Einkaufspreis auf. Diese Marge variiert ebenso wie die Spannen zwischen An- und Verkaufspreis. Ebenfalls wichtig: Je größer die Charge, desto geringer der Preis pro Gramm Gold.

Bei Goldmünzen hingegen fällt ein größerer Aufschlag für die Prägung und die Lieferkosten an, aber sie lassen sich noch besser handeln, denn hier existiert ein großer Zweitmarkt. Es empfiehlt sich ein Investment in Standardformate wie das kanadische Maple Leaf oder den südafrikanischen Krügerrand. Ähnlich wie bei Barren sind größere Chargen günstiger.

Wo Gold lagern?

Wer Gold im eigenen Heim deponiert, könnte je nach Wert des Bestandes über einen eigenen Tresor nachdenken. Eine Hausratversicherung empfiehlt sich ohnehin. Hier sollte aber mit der Versicherung abgeklärt werden, welche Werte versichert sind, und ggf. die Versicherungssumme aufgestockt werden. Eine Alternative ist das Bankschließfach, für das allerdings Gebühren anfallen.

Einige Onlinebanken bieten Abwicklung und Lagerung als Paket an. Das Produkt wird häufig als Tresorgold bezeichnet. Zuletzt hat die Consorsbank (deutsche Tochter der französischen BNP Paribas) mit einem innovativen Handel von physischen Gold auf sich aufmerksam gemacht (hier haben wir darüber berichtet).

siehe auch Überblick über Anbieter von Tresorgold

Gold-Sparpläne

Eine Möglichkeit, regelmäßig in Gold zu invesitieren, ist der Abschluss eines Gold-Sparplans. Hier können monatlich feste Beträge ab 50 € in physisches Gold (i.d.R. Barrengold) investiert werden. Ein Vorteil ist der Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosten). Weil zu vielen verschiedenen Zeitpunkten gekauft wird, sinkt die Gefahr zu einem schlechten Kurs einzusteigen. >> Artikel zu Goldsparplänen

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