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Staatsanleihen und Unternehmensanleihen

Anleihen sind verzinsliche Wertpapiere, die aus Mantel (Forderung) und Bogen (Koupons) bestehen. Der Herausgeber (Emittent) der Anleihe verschuldet sich beim Käufer der Anleihe. Alle Konditionen der Schuldverschreibung, wie Zinssatz und  Laufzeit, sind im Voraus bekannt.

Anleihen werden nicht in einer bestimmten Stückzahl, sondern über den Nominalbetrag gehandelt. Die Börsennotierung der Anleihen erfolgt in Prozent des Nennwerts.

Verschiedene Arten von Anleihen

Weitere Kriterien bei Anleihen

Video: Mit Anleihen gegen Kursschwankungen absichern


Quelle: Börse Frankfurt

Bundesanleihen
Bundesanleihen sind langfristige Schuldverschreibungen der Bundesrepublik.  Die Laufzeit beträgt zwischen 10 und 30 Jahren bei einer jährlichen Zinszahlung. Bundesanleihen werden an der Börse gehandelt und können daher jederzeit gekauft und verkauft werden.

Euro-Staatsanleihen
Euro-Staatsanleihen werden von den Mitgliedsstaaten des Euro-Raumes ausgegeben. Durch die gemeinsame Währung besteht nicht das Risiko von Währungsschwankungen.

Unternehmensanleihen
Unternehmensanleihen werden von großen Unternehmen ausgegeben, um sich Kapital für Investitionen und zur Finanzierung der Geschäfte zu leihen. Die Bonität der Unternehmen und damit das Risiko wird von Ratingagenturen wie Moody‘s und Standard&Poor’s eingeschätzt. Zu unterscheiden ist zusätzlich, in welcher Währung die Unternehmensanleihen ausgestellt sind. Bei Nicht-Euro-Anleihen kommt zum Emittentenrisiko noch das Wechselkursrisiko hinzu.

Währungsanleihen
Währungsanleihen sind festverzinsliche Anleihen, die einem Währungsrisiko unterliegen da sie in einer fremden Währung ausgegeben werden. Dafür profitiert der Anleger von den Zinssätzen eines anderen Landes, die erheblich höher als hierzulande sein können.

Genusscheine
Genusscheine verbriefen Genussrechte und sind damit eine Mischform aus Aktien und Anleihen. Der Besitzer des Genusscheins hat zwar kein Anrecht auf Teilnahme an der Hauptversammlung und kein Stimmrecht, aber ein Recht auf einen Anteil an den Unternehmensgewinnen. Die Kupons werden meist nur bedient, wenn auch eine Dividende bezahlt wird. Falls in einem Jahr keine Dividende bezahlt wird, besteht der Anspruch auf Nachholung im nächsten Geschäftsjahr.

Wandelanleihen (Convertible Bonds)
Wandelanleihen werden von Aktiengesellschaften ausgeben und bieten dem Inhaber das Recht innerhalb der Wandlungsfrist die Anleihe in Aktien einzutauschen. Das Tauschverhältnis ist dabei fest und beim Kauf der Anleihen bekannt. Wandelanleihen biete eine feste Verzinsung.

Pfandbriefe
Pfandbriefe sind fest oder variabel verzinst und bieten im Fall einer Insolvenz eine Deckungsmasse. Es gibt Hypothekenpfandbriefe, Öffentliche Pfandbriefe (früher Kommunalobligationen), Schiffspfandbriefe und Flugzeugpfandbriefe. Eine Sonderform stellen die Jumbo-Pfandbriefe dar.

Jumbo Pfandbriefe
Jumbo-Pfandbriefe haben ein Mindestemissionsvolumen von 500 Millionen Euro. Um jederzeit verbindliche An- und Verkaufspreise zu stellen gibt es für jeden Jumbo-Pfandbrief mindestens drei MarketMaker.

Stückzinsen bei Anleihen

Dem Inhaber einer Anleihe steht für jeden Tag, an dem er im Besitz dieses Wertpapieres ist, der anteilige Zinsertrag zu. Kauft dann eine andere Person die Anleihe, kann sie nur den Teil der Zinserträge beanspruchen, die seit dem Kauf angefallen sind. Diese Zinserträge werden Stückzinsen genannt. Durch die Berechnung der Stückzinsen wird eine korrekte und taggenaue Abrechnung zwischen dem Käufer und dem Verkäufer der Anleihe möglich. Diese Abrechnung bezieht sich immer auf den aktuellen Zinstermin des Wertpapieres und der valutarischen Kaufpreiszahlung.

Berechnungsbeispiel:
Nominalwert der Anleihe 10.000 Euro – Kupon (Zinsertrag des Wertpapieres): 5% – Zinstermin: 1. Mai – Handelstag: 5. Februar – Kaufvaluta: 6. Februar – Kaufkurs: 102,10 Prozent

Jährlicher Zinsbetrag: 5% x 10.000 Euro = 500 Euro
taggenaue Abrechnung/360 Zinstage pro Jahr = 500 Euro x (83/360) = 115,28 Euro Stückzins

Um schließlich den Kaufpreis und den Stückzins zu ermittelt, gilt:
Kaufpreis + Stückzins: (10.000 Euro x 102,10%) + 115,28 Euro = 10.325,28 Euro

Der Kaufpreis inklusive Stückzins beträgt also 10.325,28 Euro. Diese Rechnung erfolgt automatisch durch Ihre Bank bzw. Onlinebroker und wird hinterher auf der Abrechnung sichtbar.

Sind Anleihen sicher?

Viele Anleger halten Anleihen, seien es Staats- oder auch Unternehmensanleihen, für besonders sichere Anlageformen. Doch ist das wirklich so?

Zunächst muss man wissen, dass sowohl Staatsanleihen als auch Unternehmensanleihen ein so genanntes Emittentenrisiko haben, und zum Beispiel im Gegensatz zu Fest- oder Tagesgeldern nicht unter die Einlagensicherung fallen. Es gibt also grundsätzlich immer ein Ausfallrisiko, jedoch kommt es sehr stark auf den jeweiligen Emittenten an, als wie hoch dieses Risiko dann tatsächlich zu beziffern ist. So beinhaltet zum Beispiel eine Bundesanleihe als Staatsanleihe der Bundesrepublik Deutschland … den Artikel weiterlesen